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Herkunft
Unsere Hauskaninchen stammen vom Europäischen Wildkaninchen ab, das mittlerweile fast über die ganze Erde verbreitet ist, weil sie von uns Menschen überall angesiedelt wurden.
Haus- und Heimtiere sind ganz von uns Menschen abhängig. Wir müssen uns auch im Klaren sein, dass wir dem Anspruch einer artgerechten Haltung und Fütterung nicht zu 100% entsprechen können - aber es muss stets unser Bestreben sein unseren Tieren so viel wie möglich ihrer ursprünglichen Lebensart zu erhalten.
Kaninchensprache
Wer seine Kaninchen verstehen möchte, der muss ihre Körpersprache verstehen.
Aufstampfen oder Trommeln mit den Hinterläufen: Angstäußerung, Drohgebärde und Warnzeichen. Wildkaninchen klopfen kräftig mit den Hinterläufen auf den Boden, wenn sich Feinde nähern und warnen so ihre Artgenossen, damit diese sich in die Bauten flüchten oder noch tiefer darin verkriechen können.
Sich mit angelegten Ohren fest auf den Boden drücken: Tarnhaltung, erfolgt bei plötzlich auftauchender Gefahr oder unvermuteten, sehr lauten Geräuschen. Das Tier könnte Panikartig fliehen und mit dem Kopf gegen die Wand rennen - Vorsicht!
Aufstellen und "Männchen machen": So verschafft das Kaninchen sich einen besseren Überblick, z.B. im hohen Gras. Es richtet sich aber auch auf, um an leckeres Futter zu gelangen. Im Käfig können sie sich aufstellen und freudig hochspringen, wenn man sich mit dem Futter nähert...
Sich wälzen oder auch "hinflätzen": Das Kaninchen fühlt sich sicher und wohl.
Entspanntes Hocken mit Ohren angelegt: Ruhestellung, manchmal "mümmeln" die Kaninchen dabei auch zufrieden vor sich hin - bitte nicht stören!
Seitenlage mit weggestreckten Beinen, Augen beginnen sich zu schließen: Das Tier möchte schlafen und ist völlig entspannt. So legen sich Kaninchen auch hin, wenn sie völlig erschöpft sind - z.B. nach sehr schnellem Rennen.
Leichtes Anstubsen mit der Schnauze: Manchmal nur ein Begrüßungszeichen. Manche Kaninchen fordern einem so zum streicheln auf...
Heftiges Wegstubsen der Hand: Damit zeigt das Kaninchen, dass es nun genug vom streicheln hat...
Lecken der Hand (o. Pullover, o.ä.) : Bedeutet "Dankeschön" und "ich mag Dich". Wenn sich Kaninchen mögen, zeigen sie sich das auch mit gegenseitigem Lecken. Manchmal knabbern sie auch dem anderen Kaninchen sanft den Nacken und betreiben gegenseitige Fellpflege.
Angespannte Körperhaltung, Schwänzchen nach oben gerichtet, Kopf vorgestreckt, Ohren nach vorne gerichtet : Aufmerksamkeit, Erregung, gesteigerte Neugier. So begegnen sich fremde Kaninchen vorsichtig, bevor sie sich beschnuppern. ACHTUNG: Legt das Kaninchen die Ohren nach hinten, bedeutet dies Verteidigungsbereitschaft. Ein Angriff kann jederzeit erfolgen und ein heftiger Biss!
Reiben mit dem Kinn an Gegenständen: Markieren mit Hilfe der Duftdrüse unter dem Kinn, dessen Duft für Menschen nicht wahrnehmbar ist. Das Kaninchen zeichnet so sein Gebiet aus und gibt damit allen Artgenossen zu verstehen: "Dies gehört mir!"
Aufnahme von Kotkügelchen: Geschieht oft schon vom After weg; es handelt sich hierbei um Blinddarmausscheidungen, die im Gegensatz zur normalen Losung nicht rund und trocken, sondern feucht, glänzend und nierenförmig sind. Das Kaninchen nimmt damit lebenswichtiges Vitamin B auf, das erst im Blinddarm produziert wird. Das hat nichts mit Kotfressen zu tun und man muss es auch nicht als unappetitlich ansehen, sondern als Lebensnotwendige Vitaminaufnahme! Diese glänzenden "Böhnchen" sind keineswegs Durchfall, sondern der für Kaninchen lebensnotwendige Blinddarmkot.
Die Lautsprache:
Kaninchen sind zwar leise Tiere, aber keineswegs stumm. Man muss nur sehr genau hinhören.
Kehlig wohlklingende Gurrlaute: Ähnlich wie das gurren der Tauben, nur viel leiser und bei Jungtieren gelegentlich "fiepsiger". So unterhalten sich die Kaninchen untereinander, auch die Häsin mit ihren Jungen.
Dumpf bellende Laute, einzeln ausgestossen oder schnell hinteeinanderfolgend (auch knurrend-fauchend): Zusammen mit der Angriffshaltung bedeutet dies: Vorsicht, Biss kann folgen! Wenn man Kaninchen einfängt, muss man schon genau aufpassen was gemeint ist: Schimpft das Kaninchen nur, oder droht es schon?
leises Zähneknirschen: Bitte kraul mich weiter...
Starkes, lautes Zähneknirschen: Ist immer eine Äusserung von starken Schmerzen. Bei Krankheiten ist es oft verbunden mit einem matten, trüben Blick und allgemeiner Lustlosigkeit. Nicht mit dem viel leiserem mahlen der Zähne verwechseln, wenn Kaninchen zufrieden sind.
Gellender, hoher Schrei: Nur ein Kaninchen in Todesangst stösst ihn aus!
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